Bankkaufleute sind hauptsächlich in Kreditinstituten beschäftigt und arbeiten dort in unterschiedlichen Bereichen wie z. B. im Bereich der Kontoführung und dem Zahlungsverkehr, sie beraten Kunden bei der Geld- und Kapitalanlage, bei der Abwicklung von Kreditgeschäften oder aber beim Abschluss von Verträgen (Bausparverträge, Lebensversicherungsverträge, …). Neben den facettenreichen Beschäftigungsfeldern in Banken können Bankkaufleute aber auch im Wertpapierhandel, bei Versicherungen, Unternehmensberatungen oder sogar an der Börse tätig werden.

Die Ausbildung dauert gemäß Ausbildungsordnung drei Jahre. Bei entsprechender Vorbildung (z. B. Abitur) verkürzt sich die Ausbildung auf zwei bzw. zweieinhalb Jahre. Bei überdurchschnittlichen Leistungen während der Ausbildung ist eine Verkürzung ebenfalls möglich.

Die Auszubildenden in vier, fünf bzw. sechs zusammenhängenden Schulblöcken für ca. sechs bis sieben Wochen unterrichtet. Von den erteilten 33 Wochenstunden umfasst der berufsbezogene Unterricht 23 Wochenstunden und der allgemeinbildende Unterricht (Politik, Deutsch, Englisch und Sport) 10 Wochenstunden.

Die gesetzliche Grundlage bildet die Verordnung über die Berufsausbildung zum Bankkaufmann/zur Bankkauffrau.

Grundlage für den Lehrplan der Otto-Bennemann-Schule ist der Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Bankkaufmann/Bankkauffrau.

 

Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf Bankkaufmann/Bankkauffrau
  Zeitrichtwerte in Unterrichtsstunden
Nr. Lernfelder 1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr
1 Privates und betriebliches Handeln am rechtlichen Bezugsrahmen ausrichten 80    
2 Konten führen 80    
3 Unternehmensleistungen erfassen und dokumentieren 60    
4 Geld- und Vermögensanlagen anbieten 100    
5 Besondere Finanzierungsinstrumente anbieten und über Steuern informieren   60  
6 Modelle für Marktentscheidungen nutzen   60  
7 Privatkredite bearbeiten   80  
8 Kosten und Erlöse ermitteln und beeinflussen   80  
9 Dokumentierte Unternehmensleistungen auswerten     40
10 Baufinanzierungen und Firmenkredite bearbeiten     40
11 Auslandsgeschäfte abwickeln     80
12 Einflüsse der Wirtschaftspolitik beurteilen     120
Gesamtstunden 320 280 280

 

Prüfungen

Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes nehmen die Auszubildenden im 2. Ausbildungsjahr an einer Zwischenprüfung teil, die 120 Minuten dauert. Sie deckt die Bereiche „Kontoführung und nationaler Zahlungsverkehr“, „Anlage auf Konten“ sowie „Wirtschafts- und Sozialkunde“ ab.

Die Ausbildung endet mit der erfolgreichen Teilnahme an der Abschlussprüfung der Industrie- und Handelskammer. Diese Prüfung besteht aus einem schriftlichen und mündlichen Prüfungsteil. Schriftlich werden die Prüfungsfächer „Bankwirtschaft“, „Rechnungswesen und Steuerung“ und „Wirtschafts- und Sozialkunde“ geprüft. Die mündliche Prüfung besteht aus einem simulierten Kundenberatungsgespräch.

  Prüfungsteile Dauer (Minuten) Gewichtung 
Schriftliche Prüfungsteile Bankwirtschaft 150 2-fach
Rechnungswesen und Steuerung 60 1-fach
Wirtschafts- u. Sozialkunde 60 1-fach
Mündlicher Prüfungsteil Kundenberatung 20 2-fach

Das Gesamtergebnis muss mindestens ausreichend sein. Bei zwei mangelhaften Leistungen kann eine mangelhafte Note durch die mündliche Ergänzungsprüfung ausgeglichen werden. Das Ergebnis darf in keinem Prüfungsbereich ungenügend sein (0-29 %).

Zeugnisse

Zeugnisse werden zum Schuljahresende ausgestellt, Halbjahreszeugnisse werden in der Berufsschule nicht ausgegeben.

Erwerb allgemein bildender Abschlüsse durch den Abschluss der Berufsausbildung

Um den Sekundarabschluss I – Realschulabschluss zu erwerben, sind folgende Voraussetzungen erforderlich:

  1. Erwerb des Berufschulabschlusses
  2. Erfolgreiche Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer

Um den Erweiterten Sekundarabschluss I zu erwerben, sind folgende Voraussetzungen erforderlich:

  1. Erwerb des Berufsschulabschlusses
  2. Erfolgreiche Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer
  3. Gesamtnotendurchschnitt von mindestens 3,0 im Abschlusszeugnis, bei mindestens befriedigenden Leistungen in Deutsch, Englisch und im Berufsspezifischen Unterricht.

Ausbildersprechtag

Am zweiten Mittwoch im Februar jeden Jahres findet ein Ausbildersprechtag statt. Hier kann ein Austausch über den Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler sowie über deren Arbeits- und Sozialverhalten stattfinden.

Leitung des Bildungsgangs

Frau Franke-Otto

E-Mail